Schneefernerkopf W-Grat, „Zwischen den Toren“ (1000m, 6a+/ 6a obl.)

//Schneefernerkopf W-Grat, „Zwischen den Toren“ (1000m, 6a+/ 6a obl.)

Mit Seilzug nach oben, mit Seilbah nach unten

Nach dem steilen und durch den Wald gar nicht so einfach zu findenden  Zustieg (sieh Link zum GPX-Track unten) sind Stefan und ich von der hervorragenden Felsqualität der ersten Seillängen sehr positiv überrascht. Leider lässt diese im Mittelteil aber merklich nach und die anfangs schöne Kletterei weicht zunehmend eher hässlichem, aber dafür leichtem Schrofengelände. Beim Wandbuch angelangt, beginnen die eigentlichen Schwierigkeiten, die sich aber im Grunde auf 2 Stellen beschränken. Die schöne Abschlusslänge ist – obwohl alle Expressen verlängert – auf Grund des Seilzuges beinahe nicht zu klettern. Hier empfiehlt sich auf alle Fälle ein Zwischenstand. Oben angelangt sind wir uns einig, dass die Tour ob der Linie und Länge bestimmt ein alpinistisches Gesamterlebnis darstellt, wir aber vom ziehen des Seils mehr gefordert waren, als vom Klettern selbst. Ohne Seilzug geht’s jedenfalls mit der Seilbahn wieder nach unten.

Tipps und Infos

  • Um dem Seilzug – vor allem im oberen Teil – engegen zu wirken, auf alle Fälle Einfachseil (ein Rückzug aus der Tour ist ohnedies schwierig!) und verlängerbare Expressen verwenden.
  • Im Mittelteil ist viel leichtes, oft sehr brüchiges Schrofengelände: Dem Nachsteiger zu liebe unbedingt auf Steinschlag achten.
  • Die letzte Bahn nach Ehrwald fährt um 16:30h – das sollte sich ausgehen, ansonsten wird der Absteig über die Wienerneustätter-Hütte lang.
  • Ausführliche Infos – besonders der GPX-Track zum Einsteig war ganz angenehm – und Topo vom Erstbegeher gibt’s hier.

Zeit

  • Auto-Einstieg: ~ 2:00 h
  • Kletterzeit: ~ 6:00 h
  • Ausstieg- (mit Bahn 🙂 )-Auto: ~ 0:45 h

Material

  • 12 Expressen, davon mind. 5 verlängerbare
  • Die Tour ist perfekt mit Bohrhaken (an den Ständen jeweils ein Expansions- und ein Klebehaken) eingerichtet – zusätzliche, mobile Sicherungsmittel sind im Grunde nicht notwendig.
  • 60 m- Einfachseil

Fazit

Weniger die Kletterfreude, als vielmehr das alpinistische Gesamterlebnis steht im Vordergrund.

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2018-07-05T20:08:45+00:00 Juli 2nd, 2018|Felsklettern|

Gerhard Mössmer

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