Sonnjoch S-Wand, „Herzschlag der Leidenschaft“ (1700m, 7a/ 6a+ obl.)

//Sonnjoch S-Wand, „Herzschlag der Leidenschaft“ (1700m, 7a/ 6a+ obl.)

Herzschlag und blaue Zehen

Wenn man mit Klaus eine Tour klettert, die mehr als 30 Seillängen zu bieten hat, ist Herzschlag jedenfalls Garantiert: Nach fulminantem Start werden die ersten 4 Seillängen gleich zusammengehängt und so ist die Betriebstemperatur schnell erreicht. Dies bedingt aber leider genauso schnell schmerzende Zehen, denn zum einen bleibt keine Zeit, um aus den Kletterpatschen zu schlüpfen und zum Anderen beinhaltet die Tour im unteren Teil relativ viel Gehgelände, das mit ebendiesen Patschen nicht gerade angenehm zu gehen ist. Ab dem Mittelteil ist dann Klettern in unterschiedlichsten Formen und Felsqualitäten angesagt. Nach der exponierten Rampe – ab hier wird ein Rückzug aus der Tour eher schwierig – folgt das Herzstück der „Herzschlag“: Die kommenden  anspruchsvollen Seillängen der „Headwall“ wollen erst geklettert werden und wären für sich schon eine eigene Tour. Nach dem Gehgelände am Grat – inzwischen nur noch auf den Fersen, um die beleidigten Zehen nicht noch mehr zu strapazieren – ist wieder Herzschlag mit T-Bloc- Gas angesagt, ehe die letzte und vom Fels her die wohl schönste SL den Abschluss bildet.

Tipps und Infos

  • Einfachseil und T-Bloc- Technik sparen besonders im unteren Teil Zeit.
  • Im Gehgelände nach SL 11 sind wir an den Wasserrillen leider vorbei – das rote Quadrat haben wir offensichtlich übersehen – und über den Notabsteig und einer längeren Rechtsquerung wieder zurück auf die Route.
  • Die beiden 8er-Längen lassen sich auch gut A0 klettern.
  • Nach der 7+ Piazlänge wartet noch eine anspruchsvolle, leicht brüchige 6+ Länge (SL 28).
  • Topo und weitere Infos gibt’s hier.

Zeit

  • Auto-Einstieg: ~ 0:15 h
  • Kletterzeit: ~ 7:00 h
  • Ausstieg-Auto: ~ 1:30 h

Material

  • evtl. BD Cams #0.5 – #1 für die 25. SL (Kamin mit etwas weiteren Abständen)
  • 10 Expressen
  • Einfachseil

Fazit

  • Der tollen Leistung der Erstbegeher gebührt Respekt: Die Tour folgt ab dem Mittelteil der logischen Linie über eine ausgesetzte Rampe und führt anschließend über Platten, Risse und Verschneidungen durch die Wand.
  • Wermutstropfen: Leider ist die Felsqualität immer wieder durchwachsen, ebenso wie die Kletterei, die besonders im unteren Teil durch viel Gehgelände unterbrochen ist.

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2018-07-05T20:08:37+00:00 Juni 16th, 2018|Felsklettern|

Gerhard Mössmer

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